Sachsen lockert Corona-Einschränkungen – Schulbetrieb und Wirtschaft werden auch in Borsdorf langsam hochgefahren

Nach dem Corona-Gipfel am Mittwoch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs hat auch das sächsische Krisenkabinett Mittwoch Abend getagt. Im Ergebnis sollen in Sachsen ab nächster Woche folgende Regelungen gelten, die aber noch in einer neuen Verordnung am heutigen Freitag abschließend festgelegt werden:

Die seit Mitte März geltenden Kontaktbeschränkungen werden bis mindestens 3. Mai verlängert. Ab kommenden Montag sollen die Schulen für Schüler aller Abschlussklassen wieder öffnen. Damit soll den Schülern, die kurz vor ihren Prüfungen stehen, die Chance gegeben werden, sich auf ihren Abschluss gezielt vorzubereiten. Die Notbetreuung in Kitas und Schulhorten wird fortgesetzt und gegebenenfalls auf weitere Berufs- und Bedarfsgruppen ausgeweitet. Geschäfte bis zu 800 qm Verkaufsfläche und – unabhängig von der Verkaufsfläche – Bau- und Gartenmärkte, Kfz- und Fahrradhändler und Buchhandlungen dürfen ab 20. April wieder öffnen. Dabei müssen die Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen nachweisbar umgesetzt werden. Friseurbetriebe sollen sich darauf vorbereiten, ab dem 4. Mai wieder zu öffnen. Für diese gelten dann die gleichlautenden Auflagen sowie die Vorgabe zur Nutzung persönlicher Schutzkleidung. Zusammenkünfte in Kirchen, Synagogen und Moscheen sowie religiöse Feierlichkeiten und Veranstaltungen sollen zunächst weiter nicht stattfinden. Die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen bleiben aufgerufen, auf private Reisen und Besuche weiterhin zu verzichten. Großveranstaltungen bleiben mindestens bis zum 31. August untersagt.

Am frühen Freitagnachmittag wurde von der Staatsregierung verkündet, dass ab Montag verpflichtend im Nahverkehr und auch in Einkaufsläden ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. Ein Schal oder Tuch würde ebenfalls ausreichen – wichtig ist, dass Mund und Nase bedeckt sind, um sich und seine Mitmenschen zu schützen.

Freies Gymnasium Borsdorf bereitet sich auf die Abiturprüfungen vor

Die Schulen werden für die Abschlussklassen im Freistaat ab 20. April schrittweise wieder geöffnet – auch im Freien Gymnasium Borsdorf. „Die Abiturprüfungen sollen wie geplant stattfinden“, sagt Schulleiterin Kai Hakl. Das hatte auch schon die Staatsregierung am Gründonnerstag bekanntgegeben. Außerdem kamen aus Dresden Hygiene-Regeln für die schriftlichen Abi-Prüfungen. „Wir regeln das, wie es uns das Kultusministerium vorgegeben hat: da gibt es ja sehr klare und sehr strikte Anweisungen.“, erklärt die Schulleiterin weiter. Beispielsweise wird darauf geachtet, dass der 1 Meter 50 Mindestabstand zwischen den Abiturienten sowie das regelmäßige Händewaschen und –desinfizieren eingehalten werden. Außerdem werden die Prüflinge auf mehrere Klassenräume verteilt, damit sich nicht zu viele Personen bei den Prüfungen dort aufhalten.

Die Lehrer sollen zudem Mund-Nasen-Schutzmasken und Handschuhe tragen. Für Schüler ist das nicht zwingend vorgeschrieben. Aber: es dürfen nur Schüler die Schule betreten und an den Prüfungen teilnehmen, die keine coronatypischen Symptome zeigen wie Fieber oder trockenen Husten. Laut Kai Hakl wird das überprüft: „Die Schüler müssen uns Bescheid sagen, dass sie gesund sind.“ Schüler, die zu einer Corona-Risikogruppe gehören, müssen das auch der Schulleitung melden. „Die müssen dann unter Umständen in einem gesonderten Raum schreiben“, sagt Schulleiterin Hakl. Ähnlich sieht es bei den Lehrkräften aus. Lehrer über 60 Jahre sollen nicht unbedingt eingesetzt werden. Und wenn doch, dann nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen.

In Sachen Mund-Nasen-Schutzmasken oder Handschuhe bekam das Borsdorfer Gymnasium allerdings keine Hilfe vom Land. Die Volkssolidarität als Träger hat die Schule unterstützt. Da die Organisation unter anderem auch Pflegeheime und Kindergärten betreibt, ist sie damit ausgestattet. Außerdem hat sich das Gymnasium auch anderweitig um Schutzkleidung und Desinfektionsmittel bemüht – „Alles in Eigeninitiative…vom Freistaat kommen keine größeren LKW-Ladungen mit Schutzkleidung“, sagt Hakl. Trotzdem fühlt sich die Schulleiterin nicht vom Land und der Staatsregierung alleingelassen. Ein wenig problematisch sieht sie die Informationspolitik und den Zeitpunkt der Bekanntgabe von entsprechenden Entscheidungen – wie zuletzt kurz vor den Osterfeiertagen, als es um das Wiederhochfahren des Schulbetriebs und die Abi-Prüfungen ging. Da hätte man sich am Borsdorfer Gymnasium eine etwas zeitigere Entscheidung gewünscht und nicht erst kurz vor Karfreitag. „Manchmal ist es wie von der Hand in den Mund. Aber das ist in diesen Zeiten ja in fast jeder Branche so.“, sagt Kai Hakl.

Für die Verantwortlichen am Freien Gymnasium Borsdorf ist in diesen Zeiten jedenfalls noch mehr Organisationtalent gefragt als sonst. So hatte Sachsens Kultusminister Piwarz am Gründonnerstag erklärt, dass Schüler, die sich nicht in der Lage sehen, ihre Prüfungen ab nächster Woche zu schreiben, die Nachtermine im Mai und Juni nutzen können – ohne Angabe von Gründen. Auch das sieht Kai Hakl kritisch. Denn: erst nachdem die letzte Abi-Prüfung des Ersttermins durch ist, weiß man am FGB, welche Schüler zu den Nachterminen antreten werden.

Los geht es in Borsdorf kommenden Freitag – dann stehen die Physik-Prüfungen an. Wie es ab dem 4. Mai weiter geht, bleibt abzuwarten. Dann soll in ganz Deutschland der Regelbetrieb an den Schulen wieder stufenweise hochgefahren werden. Allerdings laufen ja dann auch noch am Freien Gymnasium Borsdorf die Abi-Prüfungen, und ein Regelbetrieb ab dann könnte schwierig werden. Das sieht jedenfalls Kai Hakl und einige ihrer Schulleiterkollegen so. Da müsse man aber auch erstmal die Entscheidung der Kultusminister abwarten.

Friseurbetriebe dürfen ab 4. Mai unter strengen Hygienevorschriften öffnen

“Die Wiedereröffnung der Friseursalons zum 4. Mai 2020 beendet vorerst die existenzbedrohende Situation für die über 70.000 Unternehmen im Friseurhandwerk. Gleichwohl bedeutet die Wiederöffnung bis auf Weiteres aber die Erbringung von Friseurdienstleistungen in Zeiten einer Pandemie”, schreibt der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks in seiner Pressemitteilung vom 15. April 2020. Doreen Pohle, Chefin der Haarschmiede in Panitzsch begrüßt die Entscheidung: “Auf jeden Fall wird es Zeit, dass ich meinen Laden wieder öffnen kann. Damit kehrt auch ein wenig Normalität ein.” Die Friseure müssen sich genau jetzt auf diesen Re-Start vorbereiten, um so reibungslos und sicher wie möglich für ihre Kunden zu öffnen. Doreen Pohle versichert bereits heute ihren Kunden, dass sie “alle Hygieneregeln und Schutzmaßnahmen beachten werde. Es liegt aber auch ein Stück weit am Kunden, diese ebenfalls einzuhalten. Sobald diese Schutz- und Hygienemaßnahmen vom Land bzw. Bund spezifiziert werden, beginnen wir mit der Terminvergabe.”

Der Friseursalon “Panitzscher Haarschmiede” darf ab 4. Mai wieder öffnen
Foto: Sandra Jostes
Glasfaserausbau in Panitzsch und Borsdorf-Nord nimmt wieder Fahrt auf – die ersten Kunden surfen bereits seit Dienstag mit Turbo-Internet

Auch die Glasfaserarbeiten im Ort ruhten wegen der Corona-Krise, werden aber nun hochgefahren. Die Tiefbauarbeiten des Glasfasernetzes in Panitzsch sind weitestgehend beendet, sodass die Kunden bald die unendlichen Möglichkeiten von echter Glasfaser beim Surfen und telefonieren nutzen können, erklärt die Deutsche Glasfaser in ihrer Pressemitteilung vom 16. April 2020.
Die Arbeiten zur Aktivierung der Kunden wurden am Dienstag wieder aufgenommen, sodass bereits mehr als 30 Haushalte im schnellen Internet surfen können. Die Genehmigung für die Spülbohrung zur Querung der Parthe wird kurzfristig erwartet, sodass dann auch nördlich der Parthe Aktivierungen möglich sind. Für die Anbindung der Dreiecksiedlung sind Genehmigungen zur Querung der Bundesstraße B6 beantragt. Anwohner müssen sich aber wegen des Umfangs des erforderlichen Genehmigungsverfahrens noch etwas gedulden.

Das Unternehmen Elecnet wird ab dem 20. April die verbleibenden Tiefbauarbeiten in Borsdorf-Nord in Angriff nehmen und die Anschlüsse bis zur Hauswand bauen. Hierbei liegen die Arbeiten in den letzten Zügen, wie die Deutsche Glasfaser weiterhin mitteilt. Im Anschluss kann die Firma Heming, die die Kunden schon von den Hausbegehungen kennen, die Hausanschlüsse bauen und die Aktivierungen durchführen.

Bei der Betretung der Gebäude, agieren die Partner von Deutsche Glasfaser seit Beginn der Krise äußerster Vorsicht. Die meisten von Ihnen haben über die gesetzlichen Regelungen hinaus in Form von Schutzmasken oder Hygienehandschuhen ihren Mitarbeitern Equipment zur Verringerung der Ansteckungsgefahr zur Verfügung gestellt.

Und was sagen die Panitzscher Kunden zum schnellen Internet? Obwohl er selbst noch nicht im superschnellen World-Wide-Web surfen konnte, da der bestellte Router noch nicht eingetroffen ist, lobt Olaf Bendrat die akkurate und saubere Arbeit der Techniker vor Ort. Einer der schon alles ausprobieren konnte, ist ebenfalls hellauf begeistert: “Die qualitativ hochwertige Arbeit der Monteure hat mich überzeugt. Ich bin sehr zufrieden”, meint Gerd Graupner aus Panitzsch.

Die ersten Panitzscher surfen bereits mit Turbo-Internet
Foto: Deutsche Glasfaser

Sandra Jostes

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