Nagel krumm und Gläser kaputt: Igefa feiert Richtfest am neuen Standort Borsdorf

Manchmal kommt es doch auf die Größe an: Beim Richtfest für den Neubau der Igefa Leipzig GmbH & Co. KG im Panitzscher Gewerbegebiet an der B6 stand Bauherr Wolfgang Eichler am 20. April 2018 vor der Herausforderung, einen symbolischen Riesennagel in einen Balken zu schlagen. Der Nagel sträubte sich, ehe er nach (gefühlten) 1.000 Schläge auch noch krumm wurde. Da half auch das gute Zureden durch Dachdeckermeister Tilo Schelenz (Bedachungen und Holzbau Schwind GmbH) nicht weiter. Erst ein von gnädiger Hand verstohlen gereichter kürzerer Nagel erwies sich als schlagbar und die Pein hatte ein Ende. Zuvor war ein handverlesenes Grüppchen um Wolfgang Eichler 15 Meter emporgestiegen, um auf dem Dach dem Richtspruch von Tilo Schelenz zu lauschen, der nach der dritten Runde seines freien Vortrags des Sektglas nach letztem Flug zerschellen ließ. Die anderen taten es ihm gleich; bei soviel Glasbruch kann nichts mehr schiefgehen.

Damit kommt auf der Baustelle des Fachgroßhändlers für professionelle Reinigung, Hygiene, Arbeitsschutz und Einwegmaterialien ein reichliches halbes Jahr nach dem „heißen Baustart“ im Oktober 2017 (der Spatenstich Anfang August 2017 war je mehr symbolischer Art ) nun allmählich die Zielgerade in Sicht. Ende 2018 soll das 13-Millionen-Projekt fertiggestellt sein, Anfang 2019 der Umzug in die 8.000 qm große Lagerhalle erfolgen.

Zu den Gratulanten zählte Architekt Thomas Scharrer, der nicht nur für dieses Igefa-Vorhaben verantwortlich zeichnet. Er lobte Wolfgang Eichler und seinen Mitinhaber für ihren Mut, in Deutschland zu investieren und Arbeitsplätze zu sichern. „Das ist leider nicht mehr so häufig der Fall.“ Ein Blick vom Dach verdeutlichte den Unterschied: Die riesigen Photovoltaik-Anlagen im Panitzscher Gewerbegebiet werden von der Hamburger Firma Enerparc betrieben. Die Module stammen aus Asien, die Erlöse aus dem produzierten Strom werden in Hamburg versteuert. Und Arbeitsplätze gibt es am Standort eher keine. Ganz anders bei Igefa: Am Firmensitz Borsdorf werden 74 Mitarbeiter tätig sein, wahrscheinlich werden es später mehr.

Kein Wunder, dass Bürgermeister Ludwig Martin angesichts der zukunftsweisenden Firmenansiedlung gute Laune hatte. Aus Anlass des Richtfestes hatte er das sprichwörtliche Spesenkonto geplündert und spendierte eine Magnumflasche Sekt (natürlich aus Sachsen) und zündete gleich zwei Tischfeuerwerke. Kommentar des Bürgermeisters: „Wir haben keine Kosten gescheut.“   -ad

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