Kohle für Licht: Mehr als 300.000 Euro für LED-Beleuchtung und neues Glasdach in der Grundschule

Die Borsdorfer Dr.-Margarete-Blank-Grundschule macht im kommenden Jahr das erste Vierteljahrhundert voll. Obwohl die “Silberbraut” in spe noch ganz flott aussieht, haben der Zahn der Zeit und Murks am Bau gemeinschaftlich einige Spuren hinterlassen, die in den Sommerferien beseitigt werden müssen. Der Gemeinderat hat dazu in seiner jüngsten Sitzung per Beschluss ein mehr als 300.000 Euro schweres Investitionspaket auf den Weg gebracht.

Ein dicker Brocken ist die anstehende Erneuerung des Glasdaches, dem die 1993 erbaute Schule ihren besonders luftigen Charakter verdankt. Dumm nur, dass in den wilden 90er Jahren am Bau nicht alles perfekt gelaufen ist. Darum läuft inzwischen das Wasser durchs Dach, Abhilfe tut not, um Schäden am Bauwerk zu vermeiden. Für die erforderliche Erneuerung des Glasdaches wurde eine öffentliche Ausschreibung durchgeführt. Den Zuschlag erhielt als wirtschaftlichster Bieter der Berliner Jet Rawa GmbH. Die schlechte Nachricht: Die Erneuerung des Glasdaches samt Gerüstbau und Sonnenschutz kostet laut Angebot 224.381,64 Euro inklusive Umsatzsteuer. Die gute Nachricht: Dieser Betrag liegt erfreuliche 16 Prozent unter der ursprünglichen Schätzung, was angesichts der aktuellen Entwicklung der Preise am Bau nicht zu erwarten war. Die Vergabe erfolgte einstimmig.

Investition Nummer 2 in der Grundschule ist die Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technik. Die aktuellen Leuchten sind “retro” (soll heißen: zum größten Teil noch “original 1993”) und energetisch sowie technisch überholt. Konzertbesuchern ist sicher auch schon das gelegentliche “Eigenleben” der Aulabeleuchtung aufgefallen. Durch den (zu rund 50 Prozent geförderten) Einbau von LED-Leuchten wird natürlich Energie gespart, vor allem aber auch die Beleuchtung insgesamt verbessert. So erhalten die Klassenzimmer nun eine längst übliche Tafelbeleuchtung, die 1993 noch kein Thema gewesen ist. In selten genutzten Räumen wird das LED-Licht per Bewegungsmelder gesteuert, sodass auch dort eine effiziente Beleuchtung gewährleistet ist.

Nach eingehender Prüfung erhielt die Leipziger Niederlassung der Bauer Elektroanlagen GmbH für 77.579,49 Euro brutto den Zuschlag. Auch dieser Betrag blieb deutlich unter der Kostenschätzung. Bei der Beratung in den Auschüssen und im Gemeinderat hatte es längere Diskussionen gegeben, die sich u.a. um die Qualität der eingesetzten Leuchtmittel und die Amortisiationszeit der LED-Technik drehten. Nach Aussage von Bauamtsleiter Marcus Planert habe die Ausschreibung sehr exakte Vorgaben zu eingesetzten Technik (“keine Chinaware”) enthalten. Durch den geringeren Energieverbrauch werde sich die Investition nach einigen Jahren amortisieren; allerdings werde dieser Effekt dadurch relativiert, dass es in der Grundschule nun “mehr Licht” geben wird als bisher. Deutlich gemacht wurde auch, dass es im konkreten Fall nicht um einen “Birnenaustausch alt gegen neu” geht, sondern um eine moderne Beleuchtungsanlage. Der Gemeinderat stimmte der Vergabe bei einer Enthaltung zu.   -ad

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