Kennen Sie den Zimmerplatz in Panitzsch?

Nein? Dann haben Sie leider die gestrige Einwohnerversammlung, zu der die Gemeindeverwaltung alle interessierten Bürger in die Räumlichkeiten der Panitzscher Feuerwehr eingeladen hatte, verpasst. Aber wir klären Sie gern auf:

Ralph Matzke, dessen Krostitzer Büro “Grünplan” die Landschaftsplanung für den Dorfplatz neben dem Feuerwehrgerätehaus übernommen hat, erklärte den etwa 30 Bürgern, darunter einige unmittelbare Anlieger, seine Vorstellungen und zeigte anhand von Bauplänen und Zeichnungen seine beiden Entwürfe. Bisher zierte den Platz lediglich ein einfacher Rasen als Interimslösung. Nun soll der Platz so gestaltet werden, dass er zum Verweilen im Grünen oder am Teich geradezu einlädt. Und die Bürger sind aufgefordert, ihre Ideen mit einzubringen.

Dabei erklärt Bürgermeister Ludwig Martin: “Drei Dinge sind jedoch gesetzt: die Garagen und die notwendigen Parkplätze für die Feuerwehr, außerdem muss die Bewirtschaftung des Platzes für den Bauhof wirtschaftlich sein.” Ralph Matzke zeigte zwei ähnliche Varianten auf, wobei die letztere bei den Anwesenden wohl für die meiste Zustimmung sorgte. Hier wäre eine größere Freifläche mittig geplant, um den nötigen Platz für ein größeres Festzelt (z.B. für das jährliche Frühlingsfest Ende April) zu gewährleisten. Drumherum sollen Bänke gestellt werden, am besten so, “dass auch irgendeine Art von Kommunikation stattfinden kann”, wie eine Bürgerin vorschlägt. Feuerwehr-Chef Frank Seidel warf mit ein, “dass nicht so viele dunkle Ecken entstehen sollten” und spielte dabei auf die Gefahr von Vandalismus an. Auch eine direkte Anwohnerin äußerte ihre Bedenken und hatte Angst vor der jugendlichen Zerstörungswut. Sogar über die Art der Baumbepflanzung wurde diskutiert, so sollte man doch über alte beheimatete Gehölze und Bäume wie die Linde oder sogar Apfelbäume nachdenken.

Ralph Matzke vom Planungsbüro “Grünplan” erklärt seine Entwürfe zur Neugestaltung der Freianlage neben der Feuerwehr Panitzsch (Foto: Sandra Jostes)

Aber auch praktische Tipps und Vorschläge hatten die Anwohner parat. So sollte man doch an eine Aufladestation für Elektroautos und E-Bikes denken. Und da Panitzsch bekanntlich auf dem Jakobspilgerweg liegt (Parthengezwitscher berichtete), sollte man doch auch eine Überdachung für die keineswegs kleine Anzahl der regelmäßig vorbeiwandernden Pilgerer in die Planung aufnehmen.

Bürgermeister Ludwig Martin zeigte sich hocherfreut über das rege Interesse und die vielen Vorschläge und Ideen und versprach, das Mögliche in die Planung mit aufzunehmen und diesen neuen Entwurf auf der Gemeinde-Homepage und in den Schaukästen zu präsentieren.

Tja, und was hat das nun mit dem Zimmerplatz zu tun? Jede Menge, “denn der hieß früher schon so”, wusste Peter Reinicke, Vorstandsmitglied von Panitzsch (er)leben e.V. und erklärte, dass damals der Platz von den Zimmerleuten genutzt wurde, um Dachstühle aufzubauen. Und daher der Name “Zimmerplatz”. -sj

Titelfoto: Rolf Isler

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