Ein Daumen runter, zwei gaaanz hoch: So starteten Borsdorf und Panitzsch in die Festwoche zum “750-Jährigen”

Das erste Wochenende des Doppeljubiläums “750 Jahre Ersterwähnung von Borsdorf und Panitzsch” ist Geschichte. Allen, die nicht dabeigewesen sind, sei soviel verraten: Ihr habt eine Menge verpasst. Aber es gibt in den kommenden Tagen noch eine Menge zu erleben und zu entdecken, denn bis zum 10. September 2017 wird weiter gefeiert.

Was gab’s im Detail? Die Festwoche startete – vorsichtig formuliert – verhalten. Daher “Daumen runter”. Für den Abend des 1. Septembers hatte die Gemeinde zu einem Gala-Abend ins Festzelt auf der alten Panitzscher Trabrennbahn eingeladen. Dumm nur, dass sich irgendwie das hartnäckige Gerücht hielt, dass dieser Abend nur etwas für geladene Gäste sei. Da half auch der Hinweis auf der Gemeindehomepage nichts, dass “… selbstverständlich alle Bürger” eingeladen sind. Schade auch, dass das seit Jahresbeginn im Mitteilungsblättchen “VorOrt” angeschubste Gewinnspiel schon an diesem Abend beendet wurde … in der Lostrommel war noch mindestens so viel Platz frei wie im Festzelt. Kommunikation ist manchmal schwierig …

Denen, die sich – mit oder ohne Einladung – ins Zelt begeben hatten, wurde ein interessanter Freitagabend geboten. Die Limit Live Band spielte zum Zuhören und Tanzen auf, Zauberkünstler Ben David bot eine tolle Show, die durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Ob ein sehens- und hörenswerter Fanfarenzug ins abendliche Festzelt passt oder nicht, ist sicher Geschmacksache.

Zu den Höhepunkten des Abends gehörte der gemeinsame Eröffnungsauftritt von Bürgermeister Ludwig Martin und Pfarrer im Unruhestand Reinhard Freier. Letzterer bewies wieder einmal sein Showtalent und entlockte dem Publikum viel Applaus und seinem Talarkoffer ein Exemplar das Buches “750 Jahre Panitzsch” sowie drei der eigens zum Jubiläum getöpferten Becher.

Im Lauf des Abends lichteten sich die Reihen der Festgäste zusehends; als zu späterer Stunde des Gewinnspiel (“Festtagstorte”) aufgelöst wurde, hatte Glücksfee Diana Paditz ihren großen Auftritt und zog im zweiten Anlauf den Namen “Bernd Merbitz”. Der Leipziger Polizeipräsident gewann eine von der Bäckerei und Konditorei Hofmann gestiftete Jubiläumstorte und gab diese unter viel Hallo zur allgemeinen Nutzung frei.

Dann geschah nicht mehr viel. Als die Feuerwehren gegen Mitternacht per Alarm in die Leipziger Straße gerufen wurden, war außer dem Bürgermeister kaum noch eine Handvoll Gäste im Zelt. Übrigens war’s für die Kameraden der FFW auch ein Jubiläum: Es ging um Fehlalarm Nummer 20 in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende.

Wie richtig gefeiert wird, konnten hunderte Gäste am 2. September beim Sommerfest des Tankstellenmuseums in Borsdorf erleben. Daumen weeeeiiit hoch! Da ging bis in den Abend die sprichwörtliche Post ab, Organisator Frank Altner und sein Team hatten sich wieder einmal übertroffen. Passend zur 10. Auflage des Festes wurde auch ein jubiläumstaugliches Fahrrad Marke Eigenbau präsentiert: In diesem Jahr rollte ein muskelbetriebener Krankentransporter über die Güterladestraße. Mit von der Partie waren jede Menge Oldtimer vom Berlinroller mit Hänger bis hin zu den Bulldogs der Lanzfreunde Sachsen, die böllernde und salutierende Leipziger Communalgarde und eine Menge mehr; dazu gab es viel Musik und einen Organisator, der aus dem Strahlen nicht herauskam. Ein paar Schritte weiter lockte das Freie Gymnasium mit seinen Angeboten, auch dort ging es hoch her.

Und noch ein Daumen muss ganz weit hoch gereckt werden: Der Tag der offenen Höfe in Panitzsch war eine Sensation. Mit leisen Tönen begann er, nämlich mit einem Festgottestdienst in der Panitzscher Dorfkirche. Danach rückte die Leipziger Communalgarde an und eröffnete den tollen Tag mit Salut aus Musketen und Kanone. Kurfürst August samt Gefolge  ritt ein und lieferte sich auf dem Pfarrhof einen Disput mit dem Dorfbürgermeister, sekundiert von Pfarrer i.R. Freier. Nach viel Gelächter und Applaus machte sich seine fürstliche Durchlaucht auf den Weg zur Festmeile, und viele hundert Besucher taten es ihm gleich. Bis in den Abend erlebte Panitzsch ein Fest, das es so noch nicht gegeben haben dürfte. Gedränge auf der Langen Straße, Gedränge in den Höfen, dazu Kremserfahrten, Postkutsche, die Lanzfreunde Sachsen, temporeiche Tänze und vieles mehr. Die Gastgeber waren angesichts der großen Publikumsresonanz überwältigt. Leo von Sahr strahlte mit der Sonne um die Wette und sprach schon von Wiederholung, auch bei Schmidts und Zschockes war die Begeisterung unverkennbar. Die Bäckerei Hofmann warb für ihr Hoffest mit einem unermüdlich umherknatternden “Hühnerschreck” und wurde förmlich überrannt, sodass der siebeneinhalb Meter lange Pflaumenkuchen bald ebenso ausverkauft war wie die mehr als 40 l Federweißer. Und auch in Hort und Grundschule steppte der Bär, bei der Panitzscher Feuerwehr sowieso … und auf all den anderen Höfen, deren Besitzer die Tore weit geöffnet hatten und die Besucher  begrüßten. Fazit: So geht Feier!   -ad

PS.: parthengezwitscher.de hat am Auftaktwochenende mehr als 1.000 Fotos geschossen und auch mit der Videokamera “draufgehalten”. Ein Teil dieser Fotos wird sich in einem Bildband wiederfinden, der Anfang Oktober erscheint. Bestellungen sind ab sofort unter sj@parthengezwitscher.de oder im Festzelt beim Parthenfest am kommenden Wochenende möglich.

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