“Der Kaiser hat abgedankt” – neue Ausstellung im Rathaus

So voll wars noch nie: über 60 interessierte Bürger kamen Samstag Nachmittag ins Borsdorfer Rathaus zur Ausstellungseröffnung “Der Kaiser hat abgedankt – Borsdorf in der Zeit unmittelbar danach” und sorgten damit für volle Sitzreihen im historischen Ratssaal.

Vor fünf Jahren war die Resonanz für eine außergewöhnliche Ausstellung unter Federführung von Christoph Eckelt sehr groß. Anlass war der Beginn des 1. Weltkrieges 1914 vor 100 Jahren. Beim letzten Sommerfest des Borsdorfer Heimatvereins erfuhr Mathias Bräuer aus Machern, dass eine neue Ausstellung das Ende des 1. Weltkrieges und deren Folgen zum Inhalt sein wird. Die Vorbereitungen dafür sollten mit dem Jahreswechsel abgeschlossen sein und im Frühjahr 2019 die Ausstellung der Öffentlichkeit gezeigt werden. Leider ist diese Ausstellung unvollendet geblieben, da plötzlich und unerwartet am Reformationstag 2018 der Vorsitzende des Heimatmuseums, Christoph Eckelt, verstarb. Die Ausstellung trotzdem zu vollenden, war ein großes Anliegen von Brigitte Eckelt. Und so konnte gemeinsam mit Mathias Bräuer dieses Vorhaben trotz der schwierigen Situation realisiert werden.

Noch immer leben wir in unruhigen und stürmischen Zeiten, hat doch das Thema “Krieg” nichts von seiner Aktualität verloren. Mathias Bräuer zeigte sich emotional berührt und verwies auf die Tatsache, dass er zur ersten Männer-Generation gehört, die nicht in den Krieg musste. Auch Bürgermeister Ludwig Martin zeigte sich persönlich sehr beeindruckt von der Ausstellung und findet das Thema hochinteressant.

Fotos: Sandra Jostes

Für zwei Tafeln haben Heimatfreunde ihre persönlichen Archive geöffnet, um die Ausstellung zu ergänzen. Die Tafel von Michael Peukert zeigt, wie sich das Leben seiner Familie in Borsdorf durch die Ereignisse ändert. Fotos und Dokumente geben einen einmaligen Einblick in die Verhältnisse der damaligen Zeit. Die Tafel von Eckhard Uhlig aus Zweenfurth mit dem Titel:“…und der Beuchaer Pfarrer schrieb ins Kirchenbuch:“ berichtet hautnah über die revolutionären Ereignisse in Borsdorf, die im Zusammenhang mit dem verlorenen Krieg entstanden.

Ein besonderer Dank ging an Kerstin Dittrich und Sylvia Bialek, die sich an der Realisierung dieser besonderen Ausstellung maßgeblich beteiligten. Für den passenden musikalischen Rahmen sorgten Silke von Durschefsky mit Gitarre und Gesang sowie Ulli Richter am Keyboard.

Anschließend führte Mathias Bräuer gemeinsam mit Brigitte Eckelt durch die sehenswerte Ausstellung. Die Exponate können weiterhin während der Öffnungszeiten im Rathaus besichtigt werden. -sj

Schreibe einen Kommentar