Der Aktenordner hat ausgedient: Tabletcomputer informiert über Hydranten

In Borsdorf, Panitzsch und Zweenfurth gibt es … Trrrrommelwirbel … 367 Hydranten. Sagen zumindest die Leipziger Wasserwerke. Und die müssen es wissen, denn aus deren Netz werden diese Hydranten im Ernstfall gespeist. Damit die Kameraden der drei Ortsfeuerwehren beim Einsatz nicht lange suchen zu müssen, sind Lage und Leistungsfähigkeit der Hydranten in einem Ordner vermerkt. Doch das geduldige Papier hat bald ausgedient, denn künftig können sich die Einsatzkräfte per Tablet darüber informieren, wo sich der benötigte Hydrant verbirgt und wieviel Wasser er aktuell bereitstellen kann.

Möglich wurde das im Ergebnis eines jetzt abgeschlossenen Löschwasservertrages zwischen der Gemeinde Borsdorf und den Wasserwerken. Ein solcher Vertrag musste her, weil Lösch- und Trinkwasser zwar aus der selben “Quelle” stammen, rechtlich aber unterschiedliche gehandhabt werden. Es dauerte längere Zeit, bis dieser Wasservertrag in “trockenen Tüchern” war. Zur Unterzeichnung erschienen in Borsdorf Dr. Ulrich Meyer, der Technische Geschäftsführer der Wasserwerke, sowie Daniel Steinhäuser, Leiter Recht im Unternehmen.

Im Gepäck hatten sie neben dem Vertrag zwei nagelneue Tabletcomputer. Eine spezielle App kombiniert die Daten aus dem Geoinformationssystem der Wasserwerke mit Luftbildern von Google Earth, sodass beim virtuellen Flug über die Gemeinde die 367 Hydranten als farbige Punkte zu sehen sind. Damit nicht genug: Für jeden Hydranten wird angezeigt, wieviel Wasser er abgeben kann. Diese Information bot das bisherige “Ordner-System” ebenfalls, allerdings mit einem wesentlichen Unterschied: Die Daten im Ordner änderten sich auch dann nicht, wenn ein Hydrant z.B. wegen eine Havarie nicht verfügbar war.

“Dieses System liefert hingegen absolute Transparenz über die Leistungsfähigkeit jedes einzelnen der rund 18.000 Hydranten in unserem Versorgungsgebiet”, erklärte Dr. Ulrich Meyer. Dazu bildet ein Rechenmodell das gesamte Leitungsnetz der Leipziger Wasserwerke mit seinen Drücken in Echtzeit ab, sodass für jeden Hydranten die momentan verfügbare Wassermenge abrufbar ist. “Das Modell wird zurzeit noch kalibriert, liefert aber schon jetzt recht genaue Daten.”

Gemeindewehrleiter Frank Seidel danke im Namen aller Kameraden für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung. Die Leiter der Ortsfeuerwehren, Jens Beckmann (Borsdorf) und Tilo Melzer (Zweenfurth) nahmen die Tabletcomputer entgegen. Dass Frank Seidel in seiner zusätzlichen Funktion als Leiter der Ortsfeuerwehr Panitzsch kein Gerät erhielt, war kein Versehen: In Panitzsch gibt es bereits ein entsprechendes Gerät, auf dem nun noch die neue App installiert werden muss.     T+F: A. Dreilich

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