Dauerthema Tempo-30-Zone vor Kita Panitzsch nimmt wieder Fahrt auf

Seit Jahren diskutieren die Eltern der Kita-Kinder, Erzieher und Lokalpolitiker über den Kampf gegen die Raser an der Panitzscher Kreuzung Borsdorfer Straße/Am Rain. Das Thema betrifft aber nicht nur den Kindergarten, denn an diesem zentralen Punkt befinden sich auch eine Arztpraxis, die Bushaltestelle sowie ein Sparkassen-Geldautomat – dementsprechend sind viele Fußgänger unterwegs, die zumeist auch den Zebrastreifen benutzen. Das Problem an der Sache ist nur, dass einige, um nicht zu sagen viele Autofahrer, diesen nicht beachten. Besonders prekär ist die Parksituation vor dem Bankautomaten. Dort parkende Autos behindern zusätzlich die Sicht auf die Fußgänger am Zebrastreifen. Gefährliche Situationen sind an der Tagesordnung.

Deshalb möchte nun eine Bürgerinitiative eine zeitlich begrenzte Tempo-30-Zone unter anderem an dieser Stelle einrichten. Und nicht nur dort, sondern vor allen Schulen und Kindereinrichtungen in der Gemeinde. Bis zum 16. August 2019 haben Bürger, die dies unterstützen wollen, die Möglichkeit sich als Mitglied dieser Initiative in der Apotheke Panitzsch in eine ausliegende Liste einzutragen.

Bisher stellt sich die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises quer. Nach einem Vor-Ort-Termin ist die Kreisverwaltung der Meinung, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung an dieser Stelle nicht nötig ist. Die letzten Unfälle mit Kindern sprechen wohl eine andere Sprache. Trotzdem wurde der Antrag auf Geschwindigkeitsbegrenzung am 25. Juni 2019 endgültig abgelehnt. Der Elternbeirat der Kita Parthenflöhe holte sich rechtlichen Beistand und ging in Widerspruch. “Nun wird sich das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Dresden der Sache annehmen müssen und den Elternbeirat weiter beschäftigen.” so Simona Mückter, Mitglied des Elternbeirats.

Das Thema wurde auch in den sozialen Medien heiß diskutiert. Dort gibt es u.a. Forderungen, dass vor jedem Kindergarten und jeder Schule eine Zone 30 eingerichtet werden sollte. Eine Userin beklagt, dass auch “Leute aus der Gemeinde, die selbst Kinder in Schule und Kindergarten haben, die anderen Mütter mit Kinderwagen wie mit Scheuklappen vor den Augen am Fußgängerüberweg lieber über die Füße fahren, als auch nur ansatzweise anzuhalten”.

Birgit Kaden (Leiterin der Kita “Parthenflöhe” in Panitzsch)

Für Birgit Kaden, Leiterin der Panitzscher Kita “Parthenflöhe”, ist die Gründung der Bürgerinitiative der richtige Weg, um Synergien zu bündeln und letztendlich an einem Strang zu ziehen: “Ich halte die Einrichtung einer zeitbegrenzten 30er Zone auf einer vielbefahrenen Kreisstraße vor unserer Kita für sinnvoll. Die Ablehnung dieses Antrages durch die Kreisverkehrsbehörde zeigt mir, dass hier der Entwicklung des Verkehrsaufkommens rund um die Kita innerhalb der letzten Jahre nicht die Bedeutung für Gefahren zugestanden wird, wie es zur Sicherheit unserer Kinder notwendig wäre. Dennoch möchte ich betonen, dass seitens der Gemeinde und in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt bereits einiges geschehen ist, um die Situation zu entschärfen. So wurde der Fußgängerüberweg unmittelbar vor der Kita eingerichtet und es wurde ein Verkehrsschild aufgestellt, welches die Kraftfahrzeugführer zur erhöhten Aufmerksamkeit mahnen soll.” Doch das reicht nicht aus, erklärt die Kita-Chefin: “Aus meiner Sicht sollte es diese Diskussion gar nicht geben. Überall wo Kitas und Schulen stehen, sollte der Schutz der Kinder oberste Priorität genießen. Wir können nicht auf der einen Seite (zurecht) verlangen, dass die Kinder ihren Schulweg selbstständig meistern und auf der anderen Seite schützen wir sie nicht vor den damit verbundenen Gefahren.” Und sie gibt noch zu bedenken: “Wir alle nehmen am Straßenverkehr teil und wir alle müssen uns selbstkritisch betrachten. Ohne die Einsicht in eigenes Fehlverhalten nützt auch eine 30er Zone nichts.”

Sandra Jostes

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