Das Borsdorfer Containerdorf wird dichtgemacht – und nun?

Die Tage der Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende (GU) in Borsdorf sind gezählt. Das Landratsamt des Landkreises Leipzig hat der Gemeinde Borsdorf mitgeteilt, dass “die Nutzung der GU Borsdorf vorübergehend” eingestellt und diese “bis auf Weiteres” nicht mehr belegt werden wird. In Spitzenzeiten hatten in der vor rund zwei Jahren eröffneten GU mehr als 100 Asylsuchende gelebt. Am 28. Juni 2018 gehen in der GU die sprichwörtlichen Lichter aus. Die derzeitigen Bewohner der Einrichtung werden an diesem Tag per Bus in ihre neue Unterkunft verlegt. Ende Mai wurden sie über die Schließung der GU per Aushang informiert, Mitte Juni haben sie die Nutzungsbescheide für ihre neue Unterkunft erhalten.

Die ABUB GmbH, die die Borsdorfer GU und eine ganze Reihe anderer Unterkünfte betreibt, hat die Fläche am Borsdorfer Ortsrand von der Gemeinde gepachtet. Auf Wunsch der ABUB ist die Laufzeit dieses Vertrages im Dezember 2015 per Gemeinderatsbeschluss von ursprünglich fünf auf sieben Jahre verlängert worden. Das Unternehmen hatte die sieben Jahre mit den in der Flüchtlingskrise stark gestiegenen Containerpreisen begründet, die das Bauvorhaben verteuert hätten, sodass zur Refinanzierung eine längere Laufzeit notwendig sei.

Und was geschieht nun mit dem Containerdorf? Bürgermeister Ludwig Martin stellte dazu fest. “Wir sind Verpächter des Grundstückes und gehen von der Erfüllung des Vertrages aus.” Soll heißen: Die Gemeinde erwartet auch weiterhin ihren nicht eben üppigen Pachtzins. Und die ABUB? Deren Sprecher Frank Schütze erklärt auf Anfrage von parthengezwischer.de: “Von Seiten der ABUB gibt es keine Überlegungen, an dem geschlossenen Vertrag mit der Gemeinde etwas zu ändern.” Soll heißen: Die GU bleibt, auch wenn sie leer steht.

Und wie funktioniert das? Auf die ans Landratsamt gerichtete Frage, ob ob und wieviel der Landkreis auch fürs leerstehende Containerdorf zahlt, gab es die folgende Antwort: “An dem bestehenden Vertrag wird sich nichts ändern. Haben Sie Verständnis, dass Details aus der internen Vertragsgestaltung nicht öffentlich gemacht werden.” Soll heißen?

Immerhin gibt es in der Sache mehr als nur einen Gewinner: Die Kameraden der Ortswehren von Borsdorf, Panitzsch und Zweenfurth werden künftig wohl seltener über Fehlalarme aus der GU stöhnen …

A. Dreilich (Text und Foto, das Bild stammt aus der Bauphase im Februar 2016)


   	

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