Borsdorfer Ortsfeuerwehr 2018 stark gefordert

„Wir wollen zeigen, wo uns der Schuh drückt“ kündigte Jens Beckmann bei der Eröffnung der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Borsdorf am 2. Februar 2019 an. Als „Druckstellen“ nannte der Borsdorfer Ortswehrleiter die Personalsituation, anstehende Investitionen und die Gewährleistung der Einsatzbereitschaft bei Alarmierungen. Bei den aktiven Kameraden spiegele sich die demographische Entwicklung schmerzhaft wider. Die Technik der Borsdorfer Ortswehr sei auf einem guten Stand. Als wichtige Investitionen nannte Jens Beckmann Kleidung und Wettkampfausrüstung für den Feuerwehrnachwuchs sowie einen neuen Mannschaftstransportwagen. Probleme mit der Einsatzbereitschaft gebe es vor allem tagsüber, weil ein Teil der Kameraden außerhalb der Gemeinde arbeitet. Das führte im vergangenen Jahr dazu, dass die Wehr bei drei Alarmierungen im vergangenen Jahr nicht ausrücken konnte. „Allerdings zeigt der Blick in die Geschichte, dass unsere Väter und Vorväter viel größere Schwierigkeiten überwinden mussten.“

Per 31.12.2018 gehörten der OFW Borsdorf 18 Kameraden und eine Kameradin im aktiven Dienst an, außerdem 14 in der Alters- und Ehrenabteilung. Für die gute Nachwuchsarbeit spricht, dass die Jugendwehr auf 15 und die Kinderwehr auf 21 Mitglieder verweisen kann. Die Kinderwehr wurde erst im April 2018 wieder ins Leben gerufen und ist seitdem kontinuierlich gewachsen. Dazu hat auch die von Kameraden durchgeführte Brandschutzerziehung in Kitas und Hort beigetragen, durch die rund 100 Kinder erreicht wurden.

Ein Höhepunkt in der Jugendarbeit des vergangenen Jahres war die Ausrichtung des Wettkampfes „Flinke Flamme“, an dem 28 Teams mit 280 Aktiven teilgenommen haben. Die Borsdorfer Jugendwehr wurde in der Gesamtwertung Kreismeister – zum ersten Mal seit 1969 – und belegte bei der Landesmeisterschaft einen sehr starken 7. Platz.

Die Kameraden der aktiven Abteilung brachten auch 2018 wieder einen großen Teil ihrer Freizeit für ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Borsdorfer Ortsfeuerwehr auf. Insgesamt wurden von ihnen 3670,5 Dienststunden geleistet, außerdem schlugen die 42 Einsätze mit 421 weiteren Stunden zu Buche.

Beifall gab es bei der Jahreshauptversammlung für Heimatforscher Gerhard Otto, der aus Anlass des bevorstehenden Feuerwehrjubiläums einen kurzweiligen Vortrag zur 125jährigen Geschichte der Wehr hielt. Gemeinsam mit Michael Bauer hat Gerhard Otto die Geschichte der Wehr unter die Lupe genommen und präsentierte Fotos über Fotos, jede Menge Fakten und immer wieder Schnurren und Episoden aus 125 Jahren Feuerwehr. Für die Jüngeren war’s eine spannende Reise durch vergangene Zeiten, für die Älteren ein Auffrischen von Erinnerungen, das mit vielen „Aaaahs“ und „Oooohs“ und so manchem „Weißt du noch?“ einherging. -ad

Foto: André Dreilich

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