Borsdorfer Kameraden baten zum Blick hinter die Kulissen

Wenn die Ortsfeuerwehr Borsdorf zum Tag der offenen Tür ans Gerätehaus bittet, geht es heiß her. Das war auch in diesem Jahr so: Hitze gab es „von oben“ sowie bei allerlei Vorführungen und Einsatzübungen. Rund ums Gerätehaus hatten die Kameraden der Borsdorfer Wehr eine Menge aufgefahren, um für ihre ehrenamtliche Tätigkeit die Werbetrommel zu rühren. Mit von der Partie waren außerdem u.a. die Brandiser FFW sowie die Hundestaffel der Polizeidirektion Leipzig.

Die rührige Truppe um Ortswehrleiter Jens Beckmann demonstrierte auch in diesem Jahr, dass Feuerwehrarbeit erstens spannend ist und zweitens eine Menge Wissen und Können verlangt. Gleich zu Beginn des Tages der offenen Tür staunten die Besucher nicht schlecht, als es einen Fettbrand, der ja in jeder ordentlichen Küche vorkommen kann, zu löschen galt. Wer’s mit Wasser versucht, erlebt sein flammendes Wunder; die Rauchsäule war übrigens bis kurz vor Althen zu sehen … Doch auch Spraydosen können im Fall der Fälle ein gefährliches Eigenleben entwickeln; ein wenig Hitze genügt. Während die Zuschauer staunten und den Nervenkitzel aus sicherer Distanz genossen, zeigte sich wieder einmal, dass Feuerwehrleute nicht nur am Löschen Spaß haben … die dunkle Seite ließ grüßen.

Der Schwerpunkt der Vorführungen waren in diesem Jahr Zimmerbrände. Eine scheinbar kleine Quelle genügt, um leicht entflammbares Material in Brand zu setzen; binnen Minuten breitet sich das Feuer aus, brennbare und zumeist giftige Gase werden freigesetzt, der Brand gerät außer Kontrolle, springt auf andere Einrichtungsgegenstände über und zieht auch andere Räume in Mitleidenschaft. Wie so etwas vor sich geht, demonstrierten die Borsdorfer Feuerwehrleute zunächst anhand eines kleinen Modells, das liebevoll in Brand gesteckt und wenig später ebenso liebevoll gelöscht wurde. Danach ging es eine Nummer größer weiter: Ein eigens zu diesem Zweck aufgebautes Wohnzimmer wurde „virtuell“, d.h. per Nebelmaschine, in Brand gesetzt und vom Feuerwehrnachwuchs gelöscht. Als krönender Abschluss brannte das „Zimmer“ tatsächlich und bot den „Großen“ den passenden Rahmen für ihren Löscheinsatz. Ortswehrleiter Jens Beckmann moderierte das spektakuläre Geschehen und versäumte auch nicht, die jüngsten Zuschauer einzubeziehen. Ganz gleich, ob der Feuerteufel mal wieder sein Unwesen stiftete oder ob es eine andere Brandursache gab, stets fragte er die Kinder was zu tun sein und wie man die Feuerwehr alarmiert. Jede(r), der an diesem Tag am Gerätehaus gewesen ist, dürfte den Schlachtruf “Eins ein zwei” einige Dutzendmal gehört haben.

Rund um die Veranstaltung sorgten viele HelferInnen fürs gute Gelingen. Das leibliche Wohl war stets gesichert, ganz gleich, ob Gebratenes, Gebackenes oder Gebrautes, niemand musste darben.

Der Tag der offenen Tür bei der Borsdorfer Feuerwehr zeigte wieder einmal, dass die ehrenamtliche Arbeit der Floriansjünger keine lustige Vereinsmeierei ist, sondern ein harter Job fürs Wohl der Mitbürger, und das mit durchaus realem Risiko für Leib und Leben der Kameraden. Für einen von ihnen gab es an diesem Tag noch eine besondere Überraschung: Alexander Bernhardt, der stellvertretende Wehrleiter, wurde für seine Tätigkeit mit der Verdienstmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet. Für alle Beteiligten war das übrigens ein spezieller Härtetest, denn aus diesem feierlichen Anlass traten sie trotz sommerlicher Temperaturen in Uniform bzw. Einsatzkleidung an.

Übrigens: Wer „Blut geleckt“ hat … die drei Ortsfeuerwehren in Borsdorf, Panitzsch und Zweenfurth freuen sich über Verstärkung.   -ad

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