6. Historica mit doppelter Premiere und donnernder Dorfprominenz

Wer seinem Hintern 50 oder mehr Radkilometer zumutet, muss schon einiges abkönnen. Doch der Startschuss zur sechsten Auflage der “Historica” am Morgen des 18. August 2018 ließ dennoch den* einen oder anderen zusammenzucken. Kein Wunder, denn statt eines Startpistölchens donnerte in diesem Jahr auf der alten Panitzscher Trabrennbahn die ziemlich ausgewachsene Kanone der Leipziger Communalgarde: der Borsdorfer Bürgermeister Ludwig Martin feuerte den symbolträchtigen Schuss ab und schickte die Aktiven auf die Strecke.

Während im Hintergrund die Teilnehmer auf den Start warteten, ließ Bürgermeister Ludwig Martin es ordentlich krachen.

Und los ging die wilde Jagd rund um Panitzsch. Fotos: André Dreilich

Insgesamt 448 Starter machten sich auf den Weg, um eine der fünf angebotenen Strecken unter die Pneus zu nehmen. Ganz gleich, ob 50 oder 200 Kilometer, auf alle wartete eine abwechslungsreiche Route mit reichlich Höhenmetern und (auch das ist Sportlern wichtig) Versorgung auf *****-Sterne-Niveau. Schließlich wollen “Motoren” auch anständig versorgt werden … Wer näheres wissen möchte: einfach mitmachen im kommenden Jahr. Es geht übrigens nicht nur auf rennradtauglichen Pisten entlang, in diesem Jahr wurde mit der “Rough Edition” erstmals eine etwas “grobere” Strecke zum Colm und zurück angeboten, die aphaltierte Straßen mied und es so auf 110 anspruchsvolle Kilometer brachte.

Übrigens ist die “Historica” keine Selbstbespaßung der Organisatoren vom Verein Hallzig-Express e.V., sondern verfolgt ein besonderes Anliegen: Mit der Veranstaltung werden – so wie bei allen anderen Events des Vereins – Spenden eingeworben, die dem Kinderhospiz Bärenherz zugute kommen. In diesem Jahr war es wieder eine stattliche vierstellige Summe (die genaue Zahl wird nachgereicht).

Andrang und gute Laune am Stand des Laufes “Wilde 13”.

Dazu trug auch die zweite Premiere bei, die am 18. August 2018 nach relativ kurzfristiger Vorbereitung über die Bühne ging: Auf dem ca. 1300 Meter langen Rundweg der alten Trabrennbahn fand erstmal die Laufveranstaltung “Wilde 13” statt, ein Spendenlauf ohne Wettkampfstress, dafür mit einer Menge Spaß. Jeder Läufer legte selbst fest, wie lange und zu welchem “Rundenpreis” er unterwegs sein wollte. So kamen mehr als 500  Euro in die Kasse, darunter auch einige Spenden von “Nichtläufern”, die sich mit den Worten “Wir waren schon mit dem Rad unterwegs, aber spenden wollen wir trotzdem” entschuldigten. Den Vogel schoß die Familie Fechner ab, die es mit großen und kleinen Aktiven auf 38 Runden brachte und damit gemeinschaftlich mehr als die klassische Marathonstrecke abspulte.

Auch wenn die “Historica” kein Wettkampf ist, ging’s doch nicht gänzlich ohne Ehrungen ab: Diese gab es allerdings nicht für Geschwindigkeitsrekorde und Erstankommer (wir sind ja in Panitzsch nicht bei der berühmten französischen Apothekenrundfahrt), sondern für ganz andere Höchstleistungen. Und so erhielt der jüngste Teilnehmer mit zarten neun Lenzen einen Pokal, ebenso wie Lothar Kleid als ältester (84!) und das zahlenmäßig stärkste Team. Diese Truppe kam aus Jena und zeigte besonderen Sportsgeist: Die Jenaer Sportfreunde drehten auch noch eine Ehrenrunde auf der Trabrennbahn und brachten den Spendentopf der “Wilden 13” damit über die 500 Euro. Dankeschön!

Lothar Kleid (84). Ältester Teilnehmer der Historica.

Und sonst noch? Im kommenden Jahr gibt es wieder eine Historica. Die Macher vom Verein “Hallzig-Express” sorgen am dritten Sonnabend im August erneut  für perfekte Bedingungen, haben aber einen Wunsch: Vielleicht nehmen 2019 ja ein paar mehr Aktive aus Borsdorf und Panitzsch teil.   -ad

*Der Autor dieser Zeilen empfindet “genderkorrekte Schreibweise” als ausgemachten Unfug und Misshandlung der deutschen Sprache und boykottiert sie konsequent. Dennoch mögen sich bei allen geschlechtsspezifsichen Formulierungen Männlein und Weiblein ebenso angesprochen fühlen wie die siebenundzwölfzig Phantastillionen Lebensformen dazwischen.

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